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Ehrenamt stärken = ländlichen Raum stärken

Der kleine Einkaufsladen oder Bäcker ist nicht mehr in der Nähe, sondern nur noch mit dem Auto zu erreichen. Gut, da ist man ja pragmatisch: Ist für die Betreibenden nicht rentabel, warum sollen sie also noch bleiben. Schuhe, Klamotten, Schmuck, Schreibwaren, Möbel oder Hobbyausrüstung bekommt man nicht mehr in der nächsten Kleinstadt, sonder in mindestens 50 Kilometer entfernten größeren Städten (und selbst da wird es weniger). Auch da ist man pragmatisch: Ist die Konkurrenz durch das Internet, ist halt so. Aber auch die Bestellungen werden schwieriger, wenn die Post nicht mehr jeden Tag in das Dorf kommt. Einiges davon ist bei uns in Schleswig-Holstein zum Glück noch nicht Realität, aber der Trend zeigt eine eindeutige Tendenz.

Stärkung des ländlichen Raums? Voll wichtig! Aber es müssen hier keine hochkomplexen Strategien und Masterpläne entwickelt werden. Einfach mal damit anfangen, alles ein wenig unkomplizierter zu machen. Vereine, Jugendarbeitsprojekte, Bürgerinitiativen, Feuerwehren, Schützengilden, Gemeinderäten und viele, die sich in Dörfern und kleinen Städten engagieren und den so viel betitelten „Kit“ der Gesellschaft bilden, müssen um jeden Cent kämpfen. Meistens mit ewig vielen Formularen und Anträgen und doch können sie sich nur durch Spenden und unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz erhalten. 

Und als wäre das nicht schon genug, werden Gemeindezentren, Sportplätze, Feuerwehrhäuser, Amtsbusse, Schulgebäude nicht mehr saniert, beziehungsweise geschlossen oder abgeschafft. Fangt an die knapp 15 Mio. Ehrenamtlichen zu entlasten, denn ohne Vereine stirbt langsam und schleichend der Zusammenhalt auf dem Land. Und ohne diesen ist der ländliche Raum schlagartig nur noch landschaftlich eine Idylle. 

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